Argentinischer Wein

Wein gehört zu Argentiniens Grundnahrungsmitteln. Es gibt kaum ein Mittag- oder Abendessen, zu dem kein Wein gereicht wird. Traditionell wird vor allem Rotwein, weniger Weißwein getrunken. Rebsorten, Klima, Böden und nicht zuletzt die Menschen bringen unvergleichliche Weine hervor: Argentinien ist ein wahrhaft lohnenswertes Ziel für Weinliebhaber!

Kenner schätzen die hohe Qualität der Weine aus der Malbec-Rebe, die urspünglich aus der Bordeaux-Gegend stammte. Aber auch andere Rebsorten liefern exzellente Weine.

Einwanderer bringen das rote Gold

Die ersten Reben kamen mit den spanischen Eroberern, vermutlich schon 1541. In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts gab es eine starke Einwanderungswelle aus Europa. Mitte des Jahrhunderts wurden französische Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Malbec, Merlot und Syrah eingeführt.

Um die Jahrhundertwende erlebte Argentinien - vor allem dank bedeutender Exporte von Landwirtschaftsprodukten - eine Blützeit. Dieser Reichtum löste eine zweite große Einwanderungswelle aus. Vor allem aus den Weinbauregionen Frankreichs, Italiens und Spaniens brachten Winzer ihre Erfahrung und Reben mit. So verfügt heute Argentinien über eine für ein Land der Neuen Welt absolut ungewöhnliche Vielfalt an Rebsorten.

Von der Masse zur Klasse

Wie in vielen anderen Weinbauländern auch, zeichneten sich die 1970er Jahre durch die Produktion einfacher Tafelweine für den einheimischen Markt aus. Die Weinbaufläche erreichte 1977 ihre größte Ausdehnung, die Überproduktion führte zu Preisverfall. Der starke Absatzrückgang (der Pro-Kopf-Verbrauch sank von 90 Litern in den 1970er Jahren auf 38 Liter im Jahr 2000) auf dem heimischen Markt führte nach und nach zu einer völligen Umorientierung zu Gunsten der Qualität und veranlasste viele Bodegas, den Export voranzutreiben. Die Weinbaufläche schrumpfte gewaltig.

Seitdem nahmen vor allem der Anteil edler Rebsorten und die Produktion von Qualitätsweinen enorm zu. Gezielte Investitionen und die stetig steigende Qualität der Weine haben zu einer Vervielfachung der Exporte argentinischer Weine geführt.

Argentinischer Wein in Deutschland

Von den 20 Litern Wein, die jeder Deutsche im Schnitt im Jahr 2001 trank, entfielen nur noch 45,5 % auf deutsche Anbaugebiete. An der Spitze der ausländischen Weine steht mit weitem Abstand Italien (2002: 408 Mio. Liter), gefolgt von Frankreich und Spanien. Auch “extrakontinentale” Weine, u.a. aus Chile (34 Mio. Liter) und den USA (30 Mio. Liter), haben inzwischen einen festen Platz in den Weinregalen erobert.

Demgegenüber spielt Wein aus Argentinien mit 3,7 Mio. Litern im Jahr nur eine untergeordnete Rolle. Zu unrecht, wie wir finden.